Das Oberländerdenkmal wurde am 20. August 1905 im Beisein des Protektors des Oberländerdenkmalvereins, Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern, einer großen Anzahl von Ehrengästen und vielen Tausenden begeisterten Festgästen feierlich enthüllt.
Reichsrat der Krone Bayerns, Akademiedirektor Ferdinand von Miller, welcher mit Rat und Tat das Unternehmen unterstützte, hat das Modell zum Löwen gespendet.
Der Löwe ist in Kupfer getrieben von dem Kupferplastiker Hygin Kiene in München, gebürtig in Holzkirchen.
Die Reliefs sind entworfen und modelliert von dem Bildhauer Anton Kaindl in München und in Galvanoplastik ausgeführt von der Galvanoplastischen Kunstanstalt Geislingen.
Den architektonische Aufbau hat der Kgl. Konservator am Nationalmuseum in München, Angermair entworfen und geleitet.
Er ist ausgeführt von den Steinmetzmeistern Johann Kirchmaier in Bad Tölz und Joseph Wackersberger in Tegernsee.
Balthasar Mayr,
Schmied von Kochel, dessen tragische Geschichte sich zur Zeit des Spanischen
Erbfolgekrieges ereignete. Bayern kämpfte mit Frankreich gegen
Österreich-Habsburg, doch das bayerisch-französische Heer wurde 1704 besiegt und
die Herrscherfamilie musste fliehen. Kaiserlich-österreichische Truppen
besetzten Bayern und infolge der schweren Unterdrückung braute sich ein Aufstand
zusammen.
Die Oberländer Bauern
verabredeten sich und wollten in der Christnacht 1705 München wieder unter
bayerische Regentschaft stellen. Dieser Plan wurde verraten. Nicht Münchner
Bürger, sondern gut ausgerüstete kaiserliche Truppen erwarteten die Oberländer.
Sensen, Morgensterne und nur wenige Gewehre konnten der Überlegenheit der
Kaiserlichen nicht standhalten und die Oberländer mussten zurückweichen. Das
Dorf Sendling gab noch einmal Schutz, aber die Schlacht war verloren. Die
aufständischen Bauern ergaben sich, wurden aber trotzdem von den kaiserlichen
Truppen regelrecht niedergemetzelt. Balthasar Mayr, der Schmied von Kochel,
wurde zum Anführer der letzten noch überlebenden Oberländer. Er fiel am
Sendlinger Kirchenhof getreu des Schlachtrufs „lieber bayerisch sterben als
kaiserlich verderben“ für seine Ideale.
Was für die Schweizer Wilhelm Tell und für die Tiroler Andreas Hofer, das ist
für Bayern der Schmied von Kochel: ein Symbol für Heimatliebe und Heimattreue.
Im Jahr 1905 wurde ihm in
Waakirchen ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt.
Noch heute ist der
Schmied von Kochel das Symbol für Einigkeit und dem Einstehen für seine
bayerische Identität bis zuletzt.
Auch in den Wappen der 17 Gauverbände überwiegen die Symbole der Einigkeit und Einigung. Häufig sind Gebirgs- und Volkstracht vereint und Hand in Hand im Wappen zu erkennen. Nicht von ungefähr ist der Leitsatz des früheren Vorsitzenden der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände Hans Seestaller: "Halt's z'amm!" noch heute Leitlinie für die verantwortlichen Funktionäre.
1644 ist am 6. Januar am Chrysamgütl (Hs-Nr.2) in Waakirchen geboren Balthasar Mayr, Schmied von Kochel, auch genannt Schmied-Balthes, der hervorragende greise Held des Baierischen Oberlandes, so vermeldet ein Lehrer 1734 den späteren Geschlechtern...“ aus der Urkunde zur Grundsteinlegung des Oberländer-Denkmals, am 3.6.1905, am 20.8.1905 feierlich enthüllt und geweiht im Beisein des Protektors des Oberländer-Denkmalvereins, sr.Kgl.Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern, einer großen Anzahl von Ehrengästen und vielen Tausenden von begeisterten Festgästen.
An
Weihnachten 1705 zogen die Oberländer gegen die Hauptstadt München, um die
österreichischen Besatzer zu vertreiben. Schlechte Organisation, behelfsmäßige
Ausrüstung und Verrat waren eine verheerende Ausgangslage gegen die gut
organisierten österreichischen Besatzungstruppen. Die ganze Aktion sollte
tragisch enden; etwa 2.000 Oberländer wurden von den Österreichern regelrecht
abgeschlachtet. Daher ist dieser Tag als ‚Mordweihnacht‘ in die Geschichte
eingegangen.
Als letzter soll am Kirchhof von Sendling der Schmied von Kochel, mit der
bayerischen Rautenfahne in der Hand, gefallen sein. Eine eigens mit
geschmiedeten Spitzen versehene Keule war seine Waffe. Ihm wird der viel zitierte
Ausspruch “lieber bayerisch sterben, als kaiserlich verderben” zugeschrieben.
Das Oberländer-Denkmal
erinnert an die Gefallenen der Sendlinger Bauernschlacht am 25. Dezember 1705.
Unter den Toten waren auch 34 Waakirchner und der Schmied von Kochel.